Solidarität mit den Bayern?

Die Online-Ausgabe der Frankfurten Allgemeinen berichtet heute von einer neuen Solidarität mit den Bayern. In der Tat habe auch ich schon längst mitbekommen, dass selbst die stursten Bayern-Hasser zustimmend nicken, wenn es heißt: Das ist beeindruckend, das ist schöner Fussball. Ich persönlich finde es schön, wenn sich Anhänger eines Clubs auch für den anderen freuen können, zum Beispiel, wenn die eigene Mannschaft Champions League spielt und die andere UEFA-Pokal. Denn eins steht fest: Wir brauchen internationale Erfolge, um die Position der Bundesliga in Europa zu sichern. Begeisterung und die mit Abstand besten Zuschauerzahlen allein zählen da leider nicht viel.

Aber zurück zu Thema:
Die FAZ schreibt von Grobianen, die sich feige an den Beinen der Bayern-Akteure vergreifen wollen, weil sie keinen anderen Ausweg gegen die Bayrische Übermacht sehen. Naldo gegen Klose, Lala gegen Ribery, aber auch Kluge gegen Bremens Diego. Die FAZ macht gleich eine Seuche daraus. Ich finde das stark übertrieben. Natürlich bauschen die Medien das auf, da die neuen Vorzeige-Bayern ja bereits mit ordentlich Verletzungspech in die Saison starteten. Aber betrachten wir das ganze doch mal objektiv.

Wie oft höre ich sowas wie “…der Ronaldinho muss einfach ordentlich auf die Socken bekommen, dann ist der ausgeschaltet…“. Wenn es hart, aber fair zur Sache geht, kann ich mich mit der Aussage sogar identifizieren. Das zeigt auch, dass ein Arbeiter genauso wichtig sein kann wie ein filigraner Superstar. Dabei erinnere ich mich gern an ein Champions League Spiel der Bayern gegen Real Madrid, als Sammy Kuffour 100% aller Zweikämpfe gegen Ronaldo gewann.

Meine Meinung ist, dass die Bayern dieses Jahr einfach so übermächtig dastehen, dass den Bayern nun so begegnet wird, wie zu meiner Jugend beim SV Großenaspe der Auswahltruppe Gutheil Neumünster. Wenn es sich denn nun doch zu einem waschechten Trend wird, sollten die Schiedsrichter vielleicht etwas aufmerksamer durchgreifen, aber da wir ja ganz gute Schiris haben, stellt sich das ja vielleicht automatisch ein.

Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass in letzter Zeit die Verletzungsanfälligkeit unserer Profis im In- und Ausland erschreckend ist. Solange steht so ein Artikel meiner Meinung im trüben Licht, wenn auch einige Attacken der ersten Spieltage in der Tat Grund zu Tadeln geben.

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