Das sogenannte Glück der Bayern

Während ich bei Spox eine höchst ungewöhnliche Elf des Tages (abgesehen von Barrios und Weidenfäller) beobachte, die gefühlt keine Chance auf Klassenerhalt hätte, frage ich mich einmal mehr: Stimmt das mit dem Dusel der Bayern? Ich sage immer wieder nein! Die anderen sind zu blöd, um Meister zu werden. Während Vizekusen dabei langsam die Schwelle des Mitleids Richtung Armseeligkeit überschreitet, wundert es mich bei Meistermacher Magaths Knappen schon etwas. Aber da ist das letzte Kapitel noch nicht gesprochen, und einen Vorgeschmack bekommen wir in der nächsten Pokalrunde. Dennoch gilt: Die anderen Teams sind zu doof, Meister zu werden. Einmal mehr. Also, Sportsfreunde, hört auf über das Glück der Bayern zu neiden, wenn andere Vereine ihr Glück nicht selbst in die Hand nehmen.

Für das Top-Spiel Schalke gegen Bayern sage Folgendes voraus:

  • Kuranyi wird erneut beweisen, dass Löw ihn unbedingt mitnehmen muss.
  • Ribery wacht aus seinem Zickentrauma auf und lässt den dicken Zeh endgültig vergessen.
  • Alaba gewinnt 100% seiner Zweikämpfe, aber nur, weil er nicht auf Kuranyi aufpassen muss.
  • Chancentod Gomez macht seinen Namen alle Ehre.
  • Robben entscheidet das hochklassige Spiel in der Verlängerung.

Danke, Uli!

Uli Hoeneß übernimmt das Präsidentenamt bei Bayern und München und überlässt den Managerposten seinem Nachfolger. Mich hat der grundehrliche und direkte Welt- und Europameister immer sehr beeindruckt. Zwar mag er vielen Menschen mit seiner Art auf die Füße treten. Aber das sind meiner Meinung nach entweder sowieso chronische Bayern-Hasser oder jene, die nicht damit umgehen können, wenn jemand Tacheles redet.

Gut, dass uns der Mann trotzdem erhalten bleibt. Als Bayern-Präsident ist man ja nicht von der Bildfläche, wie uns Wackel-Franz (achtet mal auf Interviews mit ihm) ständig beweist. Wir dürfen uns also weiterhin an seiner ehrlichen Meinung erfreuen. Hoffen wir, dass sein Nachfolger gut von ihm gelernt hat. Immerhin hat Hoeneß einen der wirtschaftlich erfolgreichsten Vereine der Welt geleitet. Dass der Verein so gesund ist, trotz des Totalausfalls von 1860 München in Sachen Allianz-Arena, verdient Respekt.

Die Hoeneß-Hasser mögen sich nicht nur das vor Augen führen,  sondern auch, dass es ohne Uli erheblich weniger hitzige Stammtischgespräche gäbe, ein für mich indiskutabler Kokser vielleicht Bundestrainer geworden wär, und dass er den Sympathie-Club FC St. Pauli gerettet hat. Hoenß gilt außerdem als Vorzeigegeschäftsführer, der z. B. jedem Mitarbeiter persönlich zum Geburtstag gratuliert, seine Tür stehe immer offen.

Ich bin mir sicher, dass Uli seinen Job als Präsident genauso gut macht, wie als Manager. Und wer weiß, vielleicht holt er uns ja noch eine Fußball-Europameisterschaft nach Deutschland, so wie es Franz Beckenbauer 2006 geschafft hat.

Zum Abschluss möchte ich den Spox-Forenteilnehmer flandaman zitieren:

Ich habe vor einiger Zeit mit einem Aufsichtratsmitglied des HSV gesprochen, den ich geschäftlich kenne. Irgendwann kamen wir auf Uli Hoeneß - der zu der Zeit durch einige Aussagen mir unsympathisch war. Als ich das zur Sprache brachte, wurde mir entgegnet, dass Uli Hoeneß mehr für den deutschen Fussball getan hat, als irgendeine andere Person und das das jeder weiß, der im Fussball irgendwas zu sagen hat.

Wenn irgendein Verein/Mensch um Hilfe bittet, und sei es der FC St. Pauli, kam Uli Hoeneß und hat geholfen. Ab und zu gibt er zwar verbale Entgleisungen ab, aber niemand kann bestreiten, dass er das Herz am richtigen Fleck hat.

Danke, Uli Hoeneß.

Quelle: Spox, Artikel-Kommentare auf Seite 2

Man stelle sich übrigens mal vor, es gäbe mehr Manager wie Uli Hoeneß. Vor allem in den Banken…

Update, gleicher Tag, nach Ulis Präsidentschaftswahl:

Uli hat bei der Wahl 99,993% der Stimmen auf sich vereint. Welcher Politiker kann das von sich behaupten? :-)

Schöne Fotostrecke deutscher Fußballstadien

Die gibt es aktuell beim Spiegel Online.

Van Buyten blamiert Bayerns Stürmer

Töne eines Bayern-Fans:

Unglaublich - Toni, Klose und - wie hieß dieser Möchtegernsuperstürmer der Bayern noch? Achja, Gomez. Alle scheitern sie vorm Tor, bitter, peinlich. Dann kommt Robben: Tor. Dann wird van Buyten in den Sturm geschoben, weil es alle drei Möchtegernsuperstürmer nicht schaffen: Tor. Ich nenne das Höchststrafe, das ist ja fast noch schlimmer als ein- und wieder ausgewechselt zu werden.

Der Matthäus-Reflex

Die Fußball-Presse ist ja in vielerlei Hinsicht echt eklig. Nicht nur, dass quasi reflexartig ein Trainer eines Top-Teams schon mal ein bißchen in Frage gestellt wird, wenn er zwei oder gar drei Spiele am Stück verliert. Besonders bizarr finde ich, dass Lothar Matthäus bei jeder halbwegs populären Trainer-Entlassung als Nachfolger ins Gespräch kommt.

Loddar als Hertha-Trainer? Oh nein, bitte! Für mich gehört Loddar auf die Titelblätter einer Boulevardzeitung, und als Entertainer für Fußballentwicklungsländer ist er sicher auch tauglich, aber bitte auf die Bank eines großen, deutschen Fußballverein!

Im Übrigen bin ich aus ganz persönlichen Gründen happy, dass Favre nicht mehr Hertha-Trainer ist. Mir war Trainer, der sicher kein schlechter ist, einfach nie sympathisch. Außerdem erinnert mich Favre rein optisch stark an Thomas Hermanns…

FC Bayern: Niemand traut Miro Klose

Die Bild-Zeitung hat eine kleine Umfrage gestartet:

Thomas Müller, der ja auch im offensiven Mittelfeld oder auch auf dem Flügel spielen kann, wird gar nicht zur Auswahl gestellt, dabei hat er neben Ivica Olic wohl zur Zeit die besten Karten. Beim Kicker, Spox und Sport1 wird Müller jedoch einheitlich als Stürmer geführt, so dass ich die Umfrage der Bild reichlich bescheiden finde. Dennoch ist das Umfrageergebnis beeindruckend: Über 50% stimmen für Olic, am schlechtesten schnitt Klose ab, wobei der Nationalstürmer zur Zeit ja noch sehr viel besser dasteht als Luca Toni, der sogar für die dritte Liga spielen muss. Auf Gomez fallen ca. 20% der Stimmen, sicher nicht das, was sich Mario so vorgestellt hat.

Schön, dass beim FC Bayern endlich mal klipp und klar im Stürm nach Leistung, Engagement und Toren bemessen wird.

Zwangskuschelkurs der DFB-Elf

Ich mag den Jogi ja nicht besonders. Und vielleicht hat Jones ja doch Recht gehabt. Und die Stammplatzpolitik (Stichwort Leistungsprinzip) beäuge ich auch schon seit einiger Zeit kritisch). Gerade wird bei Spox das Verhalten Völlers und Kießlings zu Kießlings Nicht-Nominierung gelobt. Lammfromm sei das.

Völler und auch Kießling hielten sich brav an die von der sportlichen Führung der Nationalmannschaft ausgegebene Devise, dass Kritik an Entscheidungen von Bundestrainer Löw nur intern zu äußern seien. Wer öffentlich debattiert und den Verhaltenskodex nicht respektiert, hat mit Blick auf eine Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika dagegen schlechte Karten.

(Quelle: Spox)

Wenn ich das so lese… ich glaube, Jogi und sein Bierhoff würden sich auch verdammt gut als Trainer der chinesischen Nationalmannschaft machen…

Bayern so schlecht wie Bayerns Transferpolitik

Das lässt sich auch ganz leicht erklären. Und zwar, wenn man nach den Antworten sucht auf die folgenden Fragen:

  • Warum spielt Ze Roberto nicht mehr bei den Bayern? Für den HSV ein absoluter Glücksgriff!
  • Warum spielt Lucio nicht mehr bei den Bayern? Und weiter: Wieso hat man den für nur acht Millionen ziehen lassen?
  • Warum ist Luca Toni noch im Kader?
  • Wieso ist die Zicke Ribery noch im Kader? Und warum ist stattdessen nicht van der Vaart, Sneijder, Hleb (…) mittels Re-Investition oder Tausch oder beidem bei den Münchnern?
  • Wieso kommt der als einer der besten, defensiven Mittelfeldspieler der Welt gehandelte Tymoschtschuk nicht auf Trab?
  • Und die anderen Zukäufe? Braafheid…? Und wieso spielt Olic nicht von Beginn an neben Gomez?
  • Wieso hat Miroslav Klose so ein Standing, obwohl er zuletzt bei der WM Weltklassefußball zeigte?

Fragen über Fragen, auf die die Bayern eine Antwort finden sollten, wenn Sie nicht im Dickicht des Bundesliga-Durchschnitts verschwinden wollen. Magath hat Recht: Die Vormachtstellung der Bayern ist vorbei.

Neue Anstoßzeiten an den Fans vorbei

Die neuen Anstoßzeiten stoßen bei den Fans offenbar auf wenig Gegenliebe. Vor allem das Spiel um 18.30 Uhr ist eine Gängelung, die viele nicht in Ordnung finden. Der Grund mag in einem Kompromiß der Erstverwertungsrechte bei Sky/Premiere liegen und der Leidensfähigkeit des Volkes. Immerhin hat das mal zu einem Disaster bei Premiere geführt und zu der Rechteübergabe an Arena, was, wie wie alle wissen, für alle wenig fruchtbar war.

Doch Sky scheint weder in Sachen Angebotspolitik dazuzulernen, noch in Kundenfreundlichkeit. Übrigens habe ich nun schon mehrfach gehört, dass langjährige Kunden gekündigt wurden, um sie in neue (und natürlich teurere) Abos zu drängen sowie, dass alte Gutscheine nicht mehr funktionieren - dies jedoch aus technischen Gründen.

Zurück zum Thema:
In einer Spox-Umfrage gaben über 40% der Teilnehmer an, dass sie die neuen Anstoßzeiten furchtbar finden, die schlechteste von fünf Bewertungsmöglichkeiten. Weitere 16% nennen die Umstellung schlecht. Vielleicht ja kommt das bei den Sky-Lenkern an. Immerhin ist Spox ja ein Ableger des Unternehmens. In diesem Sinne, liebe Manager, hört auf Eure Kunden! Dann braucht ihr auch nicht in wenigen Jahren rumjammern und nach Ausreden suchen, warum der Laden nicht läuft.

Wechselhoffnungen und fadenscheinliche Zukunftsbeteuerungen

Der Wechsel von Huntelaar zu Stuttgart schien perfekt. Zäh wurde drauf rumgeritten. Und dann doch nichts. Jetzt kommen gleiche Töne bzgl. des Pogrebnjak-Wechsels. Oder Dzeko: Auf einmal bleibt er noch eine halbe Ewigkeit. Genauso wie Grafite. Beide waren heiß umworben. Kein Wort auf den Sportportalen zu irgendwelchen Ausstiegsklauseln, die es mit Sicherheit gibt.

Gerade der VfB macht bei seinen Einkaufsbemühungen kein gutes Bild. Klar, Gomez für 30 Millionen musste man einfach verkaufen. Wolfsburg dagegen scheint jedenfalls für die kommende Saison alles richtig gemacht zu haben - oder hätte man lieber das Geld nehmen sollen (angeblich 30 Mio. für Dzeko) und dem Dreieck einen Spieler entziehen? Schwierige Frage, aber immerhin ist der Unterschied vom VfB zum VFL, dass es eben das eine Team Meister ist und das andere nicht. Wolfsburg muss in der Champions League ran, und dafür ist das Offensiv-Dreieck genau das richtige. Ich bin mir auch sicher, dass es genauso in der neuen Saison für viel Wirbel Sorgen wird.

Die Einkäufe, die der VfB tätigen will, sind wirklich gute Alternativen. Huntelaar und Pogrebnjak wären für wohl jede Bundesligamannschaft eine Bereicherung. Doch, wer welcher Star will schon zu Stuttgart wechseln?