Jung-Nationalspieler Ashkan Dejagah will nicht gegen Israel antreten. Eine genaue Stellungnahme hat der Deutsch-Iraner bisher verweigert. Der Zentralrat der Juden hat das in den falschen Hals bekommen und fordert den Ausschluss des jungen Fussballprofis aus der Nationalmannschaft. Ich finde das total völlig überzogen, denn laut eines SPON-Artikels liegen die Hintergründe doch auf der Hand. Und die erklären meiner Meinung nach auch, warum Dejagah zu keiner Stellungnahme bereit ist: Er und vor allem seine Angehörigen können nur verlieren!
Der meiner Meinung leicht reizbare Zentralrat der Juden wertet Dejagahs Entscheidung offenbar so, dass er gemäß Iranischer Gesetze das Land Israel nicht anerkennt.
Seit der Islamischen Revolution von 1979 lehnt es die Regierung in Teheran ab, Israel anzuerkennen, und verbietet seinen Staatsbürgern die Einreise sowie jeden sportlichen Wettkampf mit Isarel.
(aus dem oben genannten Artikel beim SPON)
Anstatt den Spieler vorab zu verurteilen, sollte man sich doch lieber mal die viel wahrscheinlichen Begebenheiten vor Auge führen und den jungen Mann einfach in Ruhe lassen. Immerhin hat Dejagah seine Wurzeln in einem Land, in dem man nicht unbedingt Urlaub machen möchte. Steinigungen für Ehebruch, Galgen für Schwule, Frauen, die nicht in Fussballstadien dürfen und ein Regierungschef, der mehr als kaum ein anderer die Welt in Atem hält. Bei all den Berichten, die von Menschenrechtsorganisationen vorliegen (man braucht nur zu googlen), fällt es nicht schwer zu glauben, dass beispielsweise sein Bruder, der für Teheran kickt, irgendwelche Unanehmlichkeiten erfahren könnte, wenn er sich gegen die erschütternden Regeln seiner Regierung auflehnt.
Dejagah ist kein Politiker, sondern Fussballer. Für seine Herkunft und die politische Situation in seinem Heimatland kann der junge Mann doch nichts!
Quellen:
Dass der DFB zu seinem Spieler hält, finde ich dem Fall richtig. Dass der DFB daher mit dem Zentralrat in Konflikt kommt, war mit Sicherheit ebenfalls nicht im Interesse der DFB-Entscheider. So findet Theo Zwanziger eine gute Stellungnahme zur Beschwerde des Zentralrats:
Ich habe die Entscheidung des Trainers Dieter Eilts respektiert, weil er mir vermitteln konnte, dass der Spieler Gründe angeführt hat, die im privaten Bereich liegen (…) aber wir werden nicht hinnehmen, dass ein deutscher Nationalspieler aus Gründen der Weltanschauung seine Teilnahme an einem Länderspiel absagt.
(SPON)